DNEL/PNEC

Was ist ein DNEL?

DNEL ist die Abkürzung für den englischen Begriff „Derived No Effect Level". Damit wird jene aus Versuchs- und Beobachtungsdaten abgeleitete Expositionshöhe bezeichnet, unterhalb der der Stoff die menschliche Gesundheit nicht beeinträchtigt.

 

Dieser Wert hilft, das Gefahrenpotenzial für die menschliche Gesundheit, das von einem chemischen Stoff ausgeht, abzuschätzen. Um den DNEL zu ermitteln, werden sowohl am Menschen gewonnene Daten als auch andere Daten, die etwa aus Tierversuchen stammen, herangezogen. Auf jene Studien, die aufgrund der ermittelten Schadwirkung am meisten zur Besorgnis veranlassen, ist das größte Augenmerk zu legen.

 

Für den Stoffsicherheitsbericht werden dann je nach wahrscheinlichstem Expositionsweg (etwa über Einatmen, Hautkontakt oder Schlucken) sowie der wahrscheinlichsten Häufigkeit und Dauer der Exposition mit dem Stoff ein oder mehrere DNEL-Werte abgeleitet. Je nach den im Stoffsicherheitsbericht angeführten Expositionsszenarien kann es überdies notwendig werden, verschiedene DNELs für unterschiedliche Expositionswege und unterschiedliche Bevölkerungsgruppen wie Arbeitnehmer, Verbraucher oder besonders Schutzbedürftige wie Kinder oder Schwangere zu erstellen. Schließlich führt etwa bei Kindern häufig bereits eine niedrigere Dosis als bei Erwachsenen zu einer Schadwirkung. Auch neigen vor allem kleinere Kinder dazu, Gegenstände in den Mund zu nehmen, daran zu saugen oder gar zu verschlucken.

 

Eine Voraussetzung für die Ermittlung eines DNEL ist eine abgesicherte Korrelation zwischen Dosis und Wirkung. Das bedeutet: Je mehr von einem Stoff in Kontakt mit dem Menschen kommt, desto stärker fällt die Wirkung aus. Für manche gefährliche Stoffeigenschaften wie erbgutverändernd, krebserzeugend oder allergiefördernd trifft eine enge Dosis-Wirkung-Beziehung jedoch nicht immer zu. Dann ist es mitunter nicht möglich, einen DNEL zu bestimmen.

Was ist ein PNEC?

PNEC ist die Abkürzung für den englischen Begriff „Predicted No Effect Concentration". Dies ist die Konzentration, bei der noch keine Wirkung in der Umwelt zu erwarten ist.

 

Er dient damit der Abschätzung eines Gefahrenpotenzials für die Umwelt, das von einem chemischen Stoff ausgeht.

 

Der PNEC wird in der Regel mit Hilfe von Daten aus Tests mit Organismen (meist Wasserorganismen wie Wasserflöhe, Fische oder Algen) ermittelt. Wie beim DNEL ist auf jene Studien, die aufgrund der ermittelten Schadwirkung am meisten zur Besorgnis veranlassen, das größte Augenmerk zu legen.

 

Je nachdem, wie umfangreich und aussagekräftig diese ermittelten Daten sind, muss ein unterschiedlicher Sicherheits- bzw. Extrapolationsfaktor einbezogen werden.

Letzte Änderung: 03.09.2013