Beispiele zu einzelnen Stoffgruppen

Wie werden Legierungen behandelt?

 

Unter Artikel 3 „Begriffsbestimmungen" werden Legierungen wie folgt definiert: ein metallisches, in makroskopischem Maßstab homogenes Material, das aus zwei oder mehr Elementen besteht, die so verbunden sind, dass sie durch mechanische Mittel nicht ohne weiteres getrennt werden können.

 

Legierungen gelten nach REACH als Zubereitungen, wenn auch als Sonderfälle, bei denen die Eigenschaften der Zubereitung nicht immer einfach den Eigenschaften der Komponenten entsprechen. Als Zubereitungen müssen sie nicht registriert werden, wohl aber die Metalle, aus denen sie sich zusammensetzen, wenn diese in Mengen von mindestens 1 Tonne pro Jahr hergestellt/importiert werden.

 

Müssen Polymere registriert werden?

 

Polymere sind von der Registrierung (und Bewertung) ausgenommen. Allerdings müssen die Monomere oder andere Stoffe, die in monomeren Einheiten in gebundener Form vorhanden sind, vom Hersteller oder Importeur des Polymers unter folgenden Voraussetzungen registriert werden:

 

- das Polymer besteht zu mindestens 2% aus einem solchen Stoff

 

- die Gesamtmenge ist größer als 1t/Jahr

 

- dieser Stoff wurde noch nicht von einem anderen Akteur in der Lieferkette registriert.

 

Demnach müssen/können diese Stoffe auch vorregistriert, werden, wenn sie unter die Gruppe der Phase-in-Stoffe fallen. [Art. 2(9), 6(3)]

 

Anm. 1: Die Tatsache, dass ein Polymer bereits gem. AnmeldeVO (EU: gem. 67/548/EWG) angemeldet wurde, ändert nichts an der Ausnahme von der Registrierung (und Bewertung), erlaubt allerdings auch nicht die enthaltenen Monomere / Stoffe als registriert zu erachten.

 

Anm. 2: Polymere sind zwar von der Registrierung ausgenommen, können aber unter andere Bestimmungen von REACH fallen (Zulassung, Beschränkungen, Informationen entlang der Lieferkette und Einstufungs- und Kenzeichnungsverzeichnis).

 

Wie sind Nanopartikel von REACH betroffen? Sind sie registrierungspflichtig?

 

Es gibt in der REACH-Verordnung keine Definition für Nanopartikel. Die Stoffe aus denen Nanopartikel bestehen sind allerdings registrierungspflichtig. Die Verwendung der Stoffe für die Herstellung von Nanopartikeln muss dabei auch registriert und im Stoffsicherheitsbericht behandelt werden, wenn die generellen Bedingungen für die Registrierungspflicht erfüllt sind.

 

Muss man Mineralien, die aus einem Nicht-EU-Land importiert werden und in der EU weiterverarbeitet werden, registrieren?

 

Mineralien als Naturstoffe sind in Anhang V gelistet und von der Registrierungspflicht ausgenommen, solange sie nicht chemisch verändert werden (Anhang V). Erfüllen die Mineralien die Kriterien für eine Einstufung als gefährlich nach der Richtlinie 67/548/EWG, so unterliegen sie der Meldepflicht für das Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis.

 

Welche der genannten Feststoffe - Mineralien, Kohle und Metalle - fallen unter die Ausnahmeregelungen von REACH und sind von einer Registrierung freigestellt?

 

Artikel 2 und die Anhänge IV und V der REACH-Verordnung regeln die Ausnahmen von der Registrierungspflicht.

 

Anhang V Absatz 7 regelt die Ausnahmen bezüglich Mineralien und Kohle. Diese sind ausgenommen, wenn sie natürlich vorkommen und nicht chemisch verändert werden.

 

Metalle sind von der Registrierungspflicht nicht ausgenommen.

 

Auch Anhang IV beinhaltet eine Liste von Stoffen, die von der Registrierungspflicht ausgenommen sind. Es handelt sich um Stoffe, von denen aufgrund ihrer Eigenschaften Risiken ausgehen, die allgemein nur als minimal eingestuft werden; daher sollen hier keine Angaben verlangt werden. [Quelle: Helpdesk Deutschland (BAuA)]  

Letzte Änderung: 25.04.2013